Leben, lernen und arbeiten. Das alles und noch viel mehr kann man seit diesem Frühjahr im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg. Auf einem verlassenen Gelände einer ehemaligen LKW Werkstatt, inklusive alter Werkshalle, Werkstätten und 1000m² verwilderter Außenfläche haben zwei visionäre Gründerinnen ein alternatives Lebenskonzept gestartet.

Mit Minitopia, der ersten gemeinnützigen Community-Stadtfarm Hamburgs, möchten Stefanie Engelbrecht (40) und Katrin Schäfer (32) eine “Plattform und Keimzelle urbaner Selbstversorgung” schaffen. Über die Startnext Crowdfunding-Kampagne konnte sich Minitopia bereits eine Finanzierung von über 12.000 Euro sichern.

Minitopia konnte sich über 12.000 Euro per Crowdfunding sichern


UNABHÄNGIG VON SUPERMARKT, STROMNETZ UND GELDAUTOMAT

Gemeinsam mit ExpertInnen, PionierInnen, QuerdenkerInnen soll nun herausgefunden werden, inwieweit es den Beteiligten gelingt, allein mit den lokal verfügbaren Ressourcen, den eigenen Händen und gegenseitiger Unterstützung sich selbst versorgen können. So die Idee.

Neu gewonnenes, aber auch in Vergessenheit geratenes Wissen, rund um die Themen Urban Gardening, Upcycling oder die Share-Economy, soll in Workshops, Vorträgen und Mitmach-Aktionen geteilt und weiterentwickelt werden. Über den Blog sollen die Erlebnisse und Erkenntnisse auch über den Hamburger Rand hinausgetragen werden und zum Nachmachen inspirieren. Hinter der Initiative steht der Verein Alternation e.V. als Träger des Projektes.

LEBENDIGE PERMAKULTUR, DIE BEI DEN TOILETTEN BEGINNT

Neben dem Bau und der Pflege neuer Hochbeete aus alten Paletten wurden als eine der ersten Maßnahmen neue Komposttoiletten gemeinsam mit der Organisation Goldeimer errichtet, um den Teilnehmern eine nachhaltige sanitäre Versorgung anbieten zu können.

Gründerin Stefanie Engelbrecht freut sich über das große Interesse und die Hilfsbereitschaft von außen: “Häufig weiß ich gar nicht, woher die Leute uns kennen. Ich hätte nie gedacht, dass wir so viel Unterstützung bekommen”, sagt sie. Neben zahlreichen Freiwilligen gibt es auch tatkräftige Unterstützung von Hamburger Schülern, die z. B. das Catering für die Eröffnungsparty am 7. April übernommen haben.

An Ideen für die Weiterentwicklung von Minitopia mangelt nicht. “Dieses Jahr wollen wir noch ein Strohballenhaus bauen und ein Sommerkino veranstalten“, erzählte Stefanie Engelbrecht in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt. Auch eine eigene Energie- und Wasserversorgung ist geplant. Wie sich die Dinge weiter entwickeln, kann über den Minitopia Blog oder die Facebook-Seite mitverfolgt werden.