Christina Henke, geb. 1984, ist Kandidatin der CDU Berlin-Pankow für die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus. Sie ist in Charkow (UdSSR) geboren und lebt seit Kindertagen im Prenzlauer Berg in Berlin. Nach ihrem Lehramtsstudiums an der Freien Universität Berlin unterrichtet sie heute an einem Oberstufenzentrum in Berlin die Fächer Deutsch, Politik und Soziologie. Exklusiv für NewsGreen schreibt Christina, wie sie Berlin auf die grüne Spur führen will:

Politik spricht gerne von der Lenkung der Verkehrsströme. Ich halte dies für falsch, denn nicht eine Sache wird gelenkt: Es geht vielmehr um die Frage, wie bewegen wir Menschen uns durch die Stadt. Wir Menschen bewegen uns so durch die Stadt, wie wir meinen, am schnellsten, bequemsten und sichersten von A nach B zu gelangen. Unsere Stadt wächst und mit ihr wächst auch die Zahl der Menschen, die sich fortbewegen.

Natürlich werden auch Waren durch die Stadt bewegt, von Menschen. Menschen die einen Bedarf haben und eine Ware benötigen bestellen sie via App und bekommen sie geliefert. Von der Zahnbürste über den Lieblings-Burger bis hin zu kompletten Wohnungseinrichtungen, nahezu zu jeder Tageszeit. Entsprechend wächst der Anteil des Lieferverkehrs.

In der täglichen Realität bedeutet dies eine hohe Personendichte zu Stoßzeiten im ÖPNV, Staus auf den Stadtautobahnen, volle Ausnutzung von Parkraum und wildes (gefährdendes) Parken in der zweiten Reihe.

Stehender Autoverkehr belastet zudem das Klima in der Stadt. Zunahme an Lieferverkehr bedeutet auch, zugeparkte Seitenstraßen und Radwege, eine Gefahr für Radfahrer, Fußgänger und eine Blockade von Rettungswegen. Dieser Zustand ist in vieler Hinsicht eine gesundheitliche Belastung für uns Menschen.

Ich meine, jede Bewegung soll uns weiterbringen und nicht belasten.

Wir brauchen eine sachorientierte, ideologiefreie Debatte über folgende Aspekte:

  • Berlin braucht kurzfristig eine Weiterentwicklung seiner Verkehrsinfrastruktur. Unsere Stadt benötigt kürzere Taktzeiten im ÖPNV. Nicht nur im Innenstadtbereich, gerade in den Außenbezirken, damit der Weg mit dem ÖPNV und nicht mit dem eigenen Auto zurückgelegt wird. Berlin braucht Fahrradzüge, die den Namen verdienen, um lange Distanzen per Bahn und kurze bis mittlere Wege per Rad zu bewältigen.
  • Berlin braucht eine Neuordnung des Lieferverkehrs. LKW und Kleintransporter, die Pakete in Seitenstraßen ausliefern, sollten der Vergangenheit angehören. Hier sollte kurzfristig ein Wechsel zu e-Lieferfahrzeugen und Lastenrädern erfolgen. Diese sind sauberer und beanspruchen weniger Raum auf den Straßen. Lieferdrohnen sind (noch) Zukunftsmusik.
  • Berlin braucht vor allem ein integriertes Verkehrsmodell. Dieses kombiniert ÖPNV mit Bike-Sharing und Car-Sharing –Angeboten. Alle Angebote sollten über eine gemeinsame Karte buchbar sein. Wir Menschen wollen entscheiden, wann welches Fortbewegungsmittel für uns das sinnvollste ist.
  • Berlin braucht nicht zuletzt eine intelligente Verkehrslenkung. Durch W-LAN, Log-ins bei Bike- und Carsharing-Anbietern oder im ÖPNV und weiteren Quellen wäre bereits heute anonymisiert messbar, wie sich Menschen durch unsere Stadt bewegen. Mit Hilfe des Open-Data-Ansatzes können wir diese Daten nutzbar machen um alle Menschen schnell, sicher und bequem zu ihrem Ziel zu bringen.

Auf diese Weise entlasten wir unsere Stadt von unnötigem, belastendem Verkehr. Wir gehen für Berlin einen neuen Weg alle Menschen zu ihrem Ziel zu bringen.